Vegan, nie wieder?

Der Monat der veganen Ernährung ist um und ich lebe noch. Ich kann nun auf einen wirklich interessanten Monat zurückblicken, in dem ich viele neue Rezepte ausprobiert habe, das erste mal ein Brot selbst gebacken habe und Avocados zu meiner Ernährung fest dazugehörten. Klingt alles nicht schlecht oder?
War es auch nicht! Dennoch kann ich sagen, dass ich es länger als einen Monat vermutlich nicht durchgehalten hätte. Das hat verschiedene Gründe:

  1. Soziale Kontakte: Vermutlich einer der schwierigsten Punkte im Leben eines Veganers. „Warum isst du das nicht?“, „Du musst doch echt bescheuert sein“, „Wovon ernährst du dich dann überhaupt noch?“ – Blöde Fragen und Sprüche hört man am laufenden Band. Ständig muss man erklären, warum man dies und jenes nicht essen kann oder möchte. Ich kann mir vorstellen, dass es bei meiner Schwester und mir nun besonders extrem war, weil es von uns ja keiner gewohnt ist, dass wir bei Gummibärchen und Schokolade konsequent verneinen, aber dennoch glaube ich, dass es etwas ist, womit jeder Veganer zu kämpfen hat. Dazu kommt, dass es einfach extrem schwer bis oder nahezu unmöglich ist, mit Freunden abends einfach eine Pizza zu bestellen oder gemeinsam zu kochen. So habe ich mir also immer mein Essen zu Hause gekocht und in meiner geliebten mikrowellenfesten Tupperdose mitgebracht und wurde so zur „Ms. Extrawurst“ erklärt.
  2. Vorbereitung: Um sich vegan zu ernähren bedarf es extrem viel Vorbereitung. Mal eben schnell beim Bäcker ein belegtes Brötchen kaufen in der Mittagspause – geht nicht. Jede Malzeit muss durchdacht und vorbereitet werden. Als Neueinsteiger wälzt man mehr Kochbücher und vegane Bloggs als einem lieb ist, um irgendetwas zu finden, das man mit den Zutaten, die im Haus sind kochen könnte. Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, muss man am Vorabend vorkochen, um sich nicht mit knurrendem Magen durch die Gegend zu quälen.
  3. Gesundheit: Besonders die ersten beiden Wochen fielen mir schwer, gar nicht mal, weil ich mich nach Käse, Milch oder Eiern sehnte. Nein, viel mehr schien sich mein Körper danach zu sehnen. Ich fühlte mich extrem müde und träge, hatte kaum Motivation ins Training zu gehen und meiner Mutter schien sogar meine Gesichtsfarbe zu missfallen. Mein Körper schien sich aber gegen Ende des Selbstversuchs zumindest ein wenig an die Umstellung gewöhnt zu haben.
  4. Überzeugung: Das wohl schlagkräftigste Argument, das für mich gegen eine vegane Ernährung spricht ist, dass mir ganz einfach die Überzeugung dazu fehlt. Ich verstehe und bewundere die Beweggründe eines jeden Veganers vollkommen, kann mich aber selbst nicht damit identifizieren. Ich glaube, dass das ganz einfach der Grund ist, warum es bei mir niemals auf Dauer funktionieren könnte. Denn, um vegan zu leben, braucht man ganz klar einen starken Willen und muss komplett dahinterstehen. „Elena ist jetzt vegan“ hieß es oft – „Stimmt nicht“, habe ich dem immer direkt entgegen gesetzt, “ ich versuche nur grade mich eine Weile vegan zu ernähren“. Denn: Vegan wird man meiner Meinung nach nicht einfach über Nacht und damit hört man auch nicht einfach nach einem Monat wieder auf, es ist viel mehr eine Art zu leben.

Ganz klar kann ich aber sagen, dass es total viele vegane und leckere Rezepte gibt. Allein das reicht als Grund zu sagen, dass es sich gelohnt hat! Es gibt viele Angewohnheiten, die ich vermutlich auch in Zukunft beibehalten werde. Dazu gehört zum Beispiele der Chiapudding, den ich euch auf Instagram gezeigt habe, der mein morgendliches Müsli mit Joghurt ersetzt hat und einfach besser schmeckt, als alles, was ich in meinem bisherigen Leben gefrühstückt habe 😀

Also, ja, es hat sich gelohnt und ich würde es wieder machen, aber ich werde meine Ernährung nicht dauerhaft umstellen. Aber vielleicht probiere ich bald was neues aus? Weizenfrei zum Beispiel? Mal sehen! 😉

 

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